Oliver Schenk, Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Staatskanzlei Sachsen, besuchte das INC

Oliver Schenk, Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Staatskanzlei Sachsen, besuchte am 20. Juni 2019 das Institut für Nichtklassische Chemie e.V. (INC) und informierte sich über die Arbeit der gemeinnützigen Industrieforschungseinrichtung (IFE). Dabei konnte er sich von der Technologieentwicklung und dem Technologietransfer des INC in die sächsische und mitteldeutsche Wirtschaft überzeugen.

Die in der Sächsischen Industrieforschungs­gemeinschaft (SIG) organisierten gemeinnützigen externen Forschungseinrichtungen sind ein wichtiger Bestandteil der Forschungslandschaft des Freistaates und unterstützen kleine und mittelständische Unternehmen bei der Forschung und Entwicklung. Für KMU sind Innovationen eine Basis für die Zukunft. Das INC ist ein bewährtes Bindeglied zwischen Wirtschaft und Wissenschaft, dessen Arbeit durch die industrienahe Forschung und der damit einhergehenden schnellen Praxiswirksamkeit gekennzeichnet ist.

Das INC und die IFE in Sachsen, die sich durch ein entsprechendes Leistungsspektrum und eine hohe Flexibilität bezogen auf die Innovationskraft der Industriepartner auszeichnen, haben einen erheblichen Anteil am exzellenten Ruf Sachsens auf dem Gebiet der Forschung und Entwicklung. Für die zukünftige Unterstützung der sächsischen KMU im Bereich der Forschung und innovativen Entwicklung nimmt Staatsminister Schenk aus seinem Besuch am INC mit, dass die Förderung und Unterstützung der IFE in Sachsen und eine Kontinuität in den Förderprogrammen weiterhin lohnenswert ist.

Neuigkeiten

IHD-Innovationspreis für Pilzsubstrate aus nachwachsenden Rohstoffen

Natalie Rangno, Lisa Behrendt, Stefanie Kath, Marco Mäbert, Falk Schäfer, und Hans Dieter Neumann entwickelten in einem durch das BMWi geförderten Projekt neue, alternative und ertragssteigernde Pilzsubstrate aus nachwachsenden Roh- bzw. Reststoffen (Nadelholzspäne, Weide, Pappel, Xylit, abgetragene Pilzsubstrate) für verschiedene Kulturpilze.

Die wirtschaftliche Relevanz der einheimischen Produktion von Kulturpilzen ist bereits heute hoch und wird künftig noch deutlich steigen. Kulturpilze dienen nicht nur als Speisepilze, sondern auch als Heil- bzw. Nahrungsergänzungsmittel und zur Gewinnung wertvoller Inhaltstoffe. Ihre Produktion sollte umweltverträglich und nachhaltig sein. Ziel des Projektes war daher die Entwicklung ökologischer Rezepturen und Herstellungsverfahren für neue und ertragssteigernde Substrate auf Basis einheimischer nachwachsender Roh- und Reststoffen für die Produktion von Kulturpilzen am Beispiel von Referenzpilzen (Mandelpilz, Shiitake, Kräuterseitling).

Die Preisträger ermittelten, dass die Erträge der Pilze stark von der Qualität, der Keimbelastung, den Inhaltsstoffen, der Vorbehandlung der Roh- und Zusatzstoffe sowie von den Klimabedingungen abhängig sind. Die Zugabe von abgetragenen Pilzsubstraten (APS) beschleunigte beispielsweise die Fruktifikation (ABM, Shiitake u. a). Allerdings variiert die Zusammensetzung der Inhaltstoffe in APS je nach Pilzart, Substrat, Herstellungsverfahren, Kultivierung und Bezugsquelle der Rohstoffe. Das Projekt zeigte weiteren Forschungsbedarf insbesondere zur biologischen, chemischen und biotechnologischen Analyse der Rohstoffe sowie zu späteren Verwendung der APS nach der Pilzkultivierung auf. Die Nutzpotenziale von APS für eine spätere qualitätssichere und wirtschaftliche Verwertung sind bis jetzt wenig erforscht. Durch die Ermittlung dieser Möglichkeiten können in Zukunft eventuell neuartige MYKO-Produkte für Landwirtschaft, Pilzanbau, Tierzucht sowie Holz- und Energieindustrie hergestellt werden. So können APS im Anschluss an die Pilzkultivierung für die Kultivierung von wertvollen Lebens- oder Nahrungsergänzungsmitteln sowie für die Produktion umweltfreundlicher MDF-Platten eingesetzt oder im Sinne einer Kaskadennutzung stofflich durch Kompostierung bzw. energetisch (Biogas oder Pellet) endverwertet werden.

Christiane Hartwig-Gerth, die Vorsitzende der Jury, betonte in ihrer Laudatio den pfiffigen Ansatz des Projektes und begründete die Vergabe des Preises mit dem sehr großen Potential weiterer Einsatzmöglichkeiten.

Alle für den Preis eingereichten Arbeiten waren preiswürdig, so dass sich die diesjährige Auswahl des Siegers durch die Jury sehr schwierig gestaltete.