Oliver Schenk, Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Staatskanzlei Sachsen, besuchte das INC

Oliver Schenk, Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Staatskanzlei Sachsen, besuchte am 20. Juni 2019 das Institut für Nichtklassische Chemie e.V. (INC) und informierte sich über die Arbeit der gemeinnützigen Industrieforschungseinrichtung (IFE). Dabei konnte er sich von der Technologieentwicklung und dem Technologietransfer des INC in die sächsische und mitteldeutsche Wirtschaft überzeugen.

Die in der Sächsischen Industrieforschungs­gemeinschaft (SIG) organisierten gemeinnützigen externen Forschungseinrichtungen sind ein wichtiger Bestandteil der Forschungslandschaft des Freistaates und unterstützen kleine und mittelständische Unternehmen bei der Forschung und Entwicklung. Für KMU sind Innovationen eine Basis für die Zukunft. Das INC ist ein bewährtes Bindeglied zwischen Wirtschaft und Wissenschaft, dessen Arbeit durch die industrienahe Forschung und der damit einhergehenden schnellen Praxiswirksamkeit gekennzeichnet ist.

Das INC und die IFE in Sachsen, die sich durch ein entsprechendes Leistungsspektrum und eine hohe Flexibilität bezogen auf die Innovationskraft der Industriepartner auszeichnen, haben einen erheblichen Anteil am exzellenten Ruf Sachsens auf dem Gebiet der Forschung und Entwicklung. Für die zukünftige Unterstützung der sächsischen KMU im Bereich der Forschung und innovativen Entwicklung nimmt Staatsminister Schenk aus seinem Besuch am INC mit, dass die Förderung und Unterstützung der IFE in Sachsen und eine Kontinuität in den Förderprogrammen weiterhin lohnenswert ist.

Neuigkeiten

FILK Wissenschaftlerin, Dr. Ina Prade, in den Beirat der DECHEMA-Fachgruppe Zellkulturtechnologie gewählt

Die Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V. (DECHEMA) hat am Rande ihrer Konferenz 3D Cell Culture 2018 neue Beiräte für zwei ihrer Fachgruppen gewählt.

Im Beirat der Fachgruppe Zellkulturtechnologie unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Noll, Lehrstuhl für Zellkulturtechnik an der Universität Bielefeld, und Prof. Dr. Roland Wagner, Vice President Bioprocess bei der Development Rentschler Biotechnologie GmbH, wird sich zukünftig auch Dr. Ina Prade, Wissenschaftlerin am FILK und Gruppenleiterin Zellkultur, engagieren.

Die Fachgruppe umfasst Mitglieder großer Pharmafirmen, des Mittelstandes sowie von Forschungseinrichtungen mit Kernkompetenzen in der Zellkulturtechnologie. In diesem Kontext beschäftigt sich die DECHEMA-Fachgruppe Zellkulturtechnologie insbesondere mit folgenden Aspekten:

  • Effizienzsteigerung und Kostenreduktion bei der Arzneimittelherstellung durch Steigerung der Arzneimittelwirksamkeit, neue Expressionssysteme und effizientere Produktionsprozesse
  • Verbesserung der Arzneimittelevaluierung durch reproduzierbare Generierung humaner organtypischer Zell- und Gewebeverbände in vitro auf Basis des Tissue Engineering

Neue Ansätze beim Tissue Engineering und in der Stammzellbiologie mit ihren enormen gesellschaftlichen, medizinischen und wirtschaftlichen Implikationen sowie innovative Modelle zur in vitro-Evaluierung von Arzneimitteln tragen zu einem Bedeutungsaufschwung der Zellkulturtechnologie bei. Von entscheidender Bedeutung für die weitere nachhaltige Entwicklung der Zellkulturtechnologie ist die Verknüpfung der bisher dominierenden Disziplinen Zellbiologie, Molekularbiologie und Bioverfahrenstechnik mit der funktionellen Genomanalyse (insb. Transkriptom, Proteom, Metabolom) und der Bioinformatik. So kann der Entwicklung der Zellkulturtechnik von einer vorwiegend experimentell empirischen zu einer modell- und theoriebasierten Disziplin Vorschub geleistet werden.

Über FILK - Kollagenforschung

Das natürliche Polymer Kollagen ist ein zentraler Forschungsschwerpunkt am Forschungsinstitut für Leder und Kunststoffbahnen gGmbH.

Kollagen wird in vielen Branchen wie etwa der Pharma-, der Kosmetikindustrie und für die Herstellung von Medizinprodukten eingesetzt. Es kann zu Folien, Fäden, Schläuchen oder 3D Formen verarbeitet werden, um daraus Hämostyptika, Implantate, Drug Delivery Systeme und Zellträger herzustellen. Am Institut werden neue Materialien aus Kollagen und deren Herstellungsverfahren erforscht und entwickelt. Die Arbeiten werden mit spezifischen analytischen Methoden begleitet.

Dazu hat das Institut in den vergangenen Jahren auch Kompetenzen in der Zellkultur aufgebaut. Forschungsschwerpunkt des Zellkulturlabors ist die Verarbeitung von Kollagenaufbereitungen zu dreidimensionalen Polymermatrices mittels 3D Drucken, Gefriertrocknung, fadenförmigen und tubulären Strukturen und deren Zellbesiedelung. Zellantworten werden auch an mit Plasmatechnik modifizierten Materialoberflächen (synthetische, biogene) untersucht und an solchen, deren mechanische Eigenschaften nasschemisch verändert wurden. Im Zellkulturlabor werden die Kollagenmaterialien und andere Medizinprodukte auch auf Zytotoxizität geprüft und deren Endotoxingehalt bestimmt.

Ziel dieser Arbeiten an Kollagenmaterialien ist die Bereitstellung von dreidimensionalen zellverträglichen, biodegradierbaren Träger- und Gerüstmaterialien für die regenerative Medizin und das Tissue Engineering. Weiterhin werden neuartige Modellsysteme für in vitro Toxizitätstests und Zellträgersysteme für Lab-on-a-Chip Systeme entwickelt.

Weitere Informationen finden Sie hier: www.filkfreiberg.de/forschung/angewandte-kollagenforschung.html