In einem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderten Forschungsprojekt untersuchte die PTS Möglichkeiten, die Schlämme und organischen Rückstände der Papierindustrie einer Co-Vergärung zugänglich zu machen. Dadurch soll ein alternativer biologischer Verwertungsweg für Papierfabriken und Entsorger eröffnet werden.

Die Untersuchung der Zusammensetzung der Papierschlämme ergab sehr geringe Schwermetallgehalte. Die Gehalte an organischen Chlorverbindungen liegen in einem Bereich, wie sie auch im Fermenterinhalt von Vergärungsanlagen zu finden sind. Dies trifft auch für die Mineralölgehalte von Primär- und Bioschlämmen zu. Die Mineralölbestandteile, die sich im Altpapier befinden, das zur Papierproduktion eingesetzt wird, reichern sich vorwiegend in den Deinkingschlämmen an. Die Gehalte in den Deinkingschlämmen übersteigen jedoch nicht die Konzentrationen, die in bedruckten Papieren zu finden sind. Diese Ergebnisse lassen bei einer Zugabe von bis zu 100 % Deinkingschlamm keine Hemmungen bei der Vergärung erwarten. Dies konnte auch im Rahmen der angepassten Vergärungs- und Hemmstofftests bestätigt werden.

Die Ergebnisse des Gasertragstests zeigten, dass die Papierschlämme im Vergleich zu sonstigen Vergärungsstoffen (z.B. Maissilage, Bioabfall) zum Teil gleich hohe Gaserträge haben können. Dabei unterscheiden sich die Schlammarten untereinander weniger als die einzelnen Schlammproben innerhalb einer Schlammart. Dabei betragen Die Methangehalte im Biogas 52 % bis 70 %. Damit sind die meisten Schlämme der Papierindustrie für eine Co-Vergärung sehr gut geeignet und können als Co-Substrat eine gute Ergänzung darstellen.

In einer zweiten Projektphase soll geklärt werden, ob auch in einem praktischen Betrieb die festgestellten positiven Potenziale zur Co-Vergärung von Papierschlämmen umgesetzt werden können. Ziel ist eine Überführung in den großtechnischen Maßstab in einer konventionellen MBA. In einer dritten Phase sollen dann die Ergebnisse und Erkenntnisse großtechnisch in einer Pilot- bzw. Demonstrationsanlage umgesetzt werden.

Das Forschungsvorhaben wurde in Zusammenarbeit mit HAWK in Göttingen, Abfallzweckverband Südniedersachsen in Friedland und Schönfelder Papierfabrik GmbH in Annaberg Buchholz durchgeführt. Der Forschungsbericht steht auf der Webseite der Papiertechnischen Stiftung zur Verfügung: www.ptspaper.de/forschungsdatenbank