Innovativer werkzeugloser Verbinderbeschlag für Möbel mit erhöhten Anforderungen zum Patent angemeldet


Unter der Kurzbezeichnung „werkzeuglose Montage“ wurde im IHD eine werkzeuglose Verbindungslösung in Form eines Beschlages für den Möbelbau entwickelt, die einen erheblichen Mehrwert für den Kunden aber auch für den Möbelhersteller mit sich bringt und die zum Patent angemeldet  
wurde. Die Anforderungen  für die Entwicklung richteten sich nach den technischen Anforderungen aus dem Nichtwohnbereich und sind damit deutlich höher als im Vergleich zum Wohnbereich. Hintergrund war, eine Möglichkeit zu schaffen, Möbel für den Nichtwohnbereich (Büro, Kindertagesstätten usw.) in Montagebauweise verbunden mit der Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Montage ohne Werkzeug durch den Abnehmer exportfähig zu machen.

Der Beschlag ist auch für technisch nicht versierte Personen einfach zu bedienen. Er ist nach der Montage nicht sichtbar, wiederlösbar und erzeugt in der Verbindung eine definierte Vorspannung, so dass Toleranzen ausgeglichen werden und ein Lockern der Verbindung vermieden wird. Der Monteur kann durch den Beschlag Bauteile werkzeuglos fügen. Eine Besonderheit ist, dass Fehler bei der Montage konstruktiv verhindert werden. Ein Weglassen von Teilen oder ein unvollständiges Zusammenbauen sind mit diesem Beschlag nicht möglich.

Neben der Option, die Beschlagteile den Möbelteilen beizulegen, wird eine Vormontage im Werk favorisiert. Auch vormontiert stehen keine Teile hervor, sodass das Möbel ohne Beipackung für Beschlagteile oder Werkzeuge als Flat Pack ausgeliefert werden kann. Da der Beschlag vollständig unsichtbar im fertigen Möbel liegt, eignet er sich auch für höhere optische Ansprüche, wie es beispielsweise bei offenen Regalen gefordert ist.

Das Einbringen erfolgt in der Schmalfläche durch Bohren. In der Breitfläche sind zwei Varianten möglich: Fräsen auf dem Bearbeitungszentrum und Bohren im Durchlauf oder getaktet auf dem Bohrzentrum. Beide Varianten sind natürlich auch im handwerklichen Bereich einsetzbar und mit konventionellen Oberfräsen zu realisieren.

Die Einzelteile des Beschlages sind derart konstruiert, dass die Herstellung möglichst wirtschaftlich erfolgen kann. So wird beispielsweise nur eine Entformungsrichtung beim Spritzguss erforderlich. Damit ist ein wirtschaftlicher Einsatz auch in der Serienproduktion möglich. In Gesprächen mit potentiellen Anwendern konnte eine hohe Nachfrage festgestellt werden, sodass nun eine Serienproduktion angestrebt wird. Hierfür werden noch interessierte Unternehmen gesucht.

Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie über den Projektträger AIF Projekt GmbH in der Förderrichtlinie ZIM gefördert.  Ansprechpartner für das Projekt im IHD sind Herr Tony Gauser (tony.gauser@ihd-dresden.de) und Herr Matthias Weinert (matthias.weinert@ihd-dresden.de).